VEREIN

GESCHICHTE DES KREFELDER KUNSTVEREINS


Der Krefelder Kunstverein – vormals Museumsverein
1883-2015

 

1860

Gründung eines Handwerker- und Bildungsvereins

 

1883

Aus dem Handwerker- und Bildungsverein geht auf Anregung des Architekten Hugo Koch die Gründung des Krefelder Museumsvereins hervor. Erster Vorsitzender wird der städtische Beigeordnete Schüller. Die Gründungsversammlung, die am 7. März 1883 stattfindet, “erachtet es für wünschenswert, dass in Krefeld ein Museum errichtet werde, das insbesondere die kunstgewerblichen Interessen vertritt”. Der Vorstand beginnt, Spenden, Gegenstände und Gemälde als Grundstock für einen Museumsbau und dessen Bestände zu sammeln. Im Schulgebäude Westwall 60 werden erste Sammlungsbestände gezeigt, um zu weiteren Spenden anzuregen.

 

1888

Bürger regen an, dem verstorbenen Kaiser Wilhelm I, dem “Einiger des Reiches”, ein Denkmal zu errichten. Vorstandsmitglied Dr. H. Keussen regt an, stattdessen den geplanten Museumsbau dem Kaiser zu widmen.

 

1894

Auf dem Karlsplatz beginnt der Bau des Museums.

 

1897

Am 6. November 1897 wird das Kaiser-Wilhelm-Museum eröffnet und vom Museumsverein “in die Obhut der Stadt” übergeben. Zur Übergabe gehören bereits beträchtliche Sammlungsbestände. So hat unter anderen Albert Oetker die Kempener Sammlung Kramer erworben und dem Museum übereignet.

 

1897

Friedrich Deneken wird erster Leiter des Museums.

 

1899

Mit den “Wintervorträgen” wird die über viele Jahrzehnte gepflegte Tradition wissenschaftlich fundierter Informationsvermittlung über Kunst und Kultur begründet.

 

1912

Mit neuen Spendenaktionen hat der Museumsverein die Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Museums ermöglicht. Am 28. September 1912 können die beiden neuen Flügelbauten eröffnet werden.

 

1918

Im Vorstand des Krefelder Kunstvereins wird die Gründung des Vereins für Heimatkunde angeregt.

 

1920

Der Museumsverein veranstaltet in eigener Verantwortung die erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst mit Werken der Künstler des “Blauen Reiters” und der “Brücke”. Die unter Leitung des Vorsitzenden Otto Crous enstandene Sammlung expressionistischer Bilder geht in den Besitz des Museums über.

 

1922

Max Creutz wird Leiter des Kaiser-Wilhelm-Museums. Er kommt dem Interesse des Museumsvereins entgegen, die Sammlungen um Werke zeitgenössischer Kunst zu ergänzen und entsprechende Ausstellungen zu veranstalten.

 

1937

1937 und in den folgenden Jahren hat sich Museumsleiter Fritz Muthmann mit mehreren “Säuberungsaktionen” im Sinne der “entarteten Kunst” zu befassen. Zahlreiche Werke, die vor allem in den 20er Jahren vom Museumsverein gespendet oder von seinen Mitgliedern als   Leihgaben zur Verfügung gestellt worden waren, gehen verloren, darunter Werke von Nolde, Pechstein, Campendonk, Rohlfs, Feininger, Macke, Kokoschka, Corinth, Nauen, Schmidt-Rottluff, Müller u. a.

 

1943

Unter Leitung des Vorsitzenden Otto Rainer Crous veranstaltet der Museumsverein erste Studienfahrten. 1943 wird das Museum geschlossen, der Museumsverein stellt seine Aktivitäten ein.

 

1946

wird der Museumsverein wiederbelebt. Die ausgelagerten Sammlungen werden ins Museum zurückgeführt.

 

1947

Das 50-jährige Bestehen des Kaiser-Wilhelm-Museums wird gefeiert. Paul Wember wird Museumsleiter.

 

1954

Der Museumsverein hat seine Aktivitäten als Förderer des Museums wieder aufgenommen und schenkt dem Haus u. a. das Mobile “Das weiße Skelett” von Alexander Calder.

 

1955

Der Museumsverein übernimmt für drei Jahre die Verpflichtung, die Unterhaltskosten für das Haus Lange zu tragen. Erst nach dieser Verpflichtung nimmt der Stadtrat das Angebot der Familie Lange an, Haus Lange (das zehn Jahre später der Stadt geschenkt wird) als Museum für zeitgenössische Kunst zu nutzen.

 

1960

Das Kaiser-Wilhelm-Museum wird wegen eines geplanten Umbaus geschlossen. Der Umbau wird aber erst 1966 begonnen. Der Museumsverein sammelt Spenden und stellt für den Umbau 200 000 Mark zur Verfügung.

 

1970

Die Mitgliederversammlung des Museumsvereins verabschiedet eine neue Satzung. Der Verein nennt sich fortan “Krefelder Kunstverein”. Der Verein bezieht neue Räume Am hohen Haus und eröffnet mit “The Singing Sculptures Gilbert & George” die eigene Ausstellungstätigkeit. Ein Arbeitskreis für Kunst- und Werkerzieher wird gegründet.

 

1971

Der Stadtrat beschließt den Abriss von Schloss Greiffenhorst. Eine vom Kunstverein herausgegebene Dokumentation und vom Vorsitzenden Ernst Fischer inszenierte Spendensammlung sind der Anstoß zur Instandsetzung von Greiffenhorst.

 

1971

Der Kunstverein gründet die Kindermalschule.

 

1971

Der Kunstverein bietet zum erstenmal Jahresgaben an.

 

1972

In einer Reihe von Veranstaltungen wird in Vorträgen und Vorführungen Verständnis für neue Musik vermittelt.

 

1973

Neben Vorträgen werden erste Filmreihen angeboten.

 

1976

Umzug des Kunstvereins ins Buschhüterhaus Westwall 124

 

1979

Der Kunstverein veranstaltet gemeinsam mit dem Heimatverein unter dem Titel “Profi-topolis” eine Ausstellung, die sich gegen die Zerstörung des Stadtgrundrisses, Abriss von denkmalswerten Bauten, Verlust der Urbanität des Stadtkerns und Zerstörung der Natur richtet.

 

1980

Der Kunstverein entsendet Delegierte in den Denkmalausschuss der Stadt.

 

1983

Der Kunstverein stiftet aus Anlass des 100-jährigen Bestehens die Skulptur “Zahnbürste” von Claes Oldenburg, die vor den Museen Haus Lange und Haus Esters aufgestellt wird.

 

1992

Der Kunstverein intensiviert seine Ausstellungs- und Reise-Tätigkeit. Erich Himmelein veranstaltet in den folgenden 14 Jahren 95 Ausstellungen.

 

2007

Der Kunstverein veranstaltet einen Informationsabend zum geplanten Umbau des Kaiser-Wilhelm Museums.

 

2008

Im Jubiläumsjahr 2008 steht der Krefelder Kunstverein unter Leitung von Paul Kathstede. Dem Vorstand gehören an Dr. Peter Kastner, Rainer Rommerskirchen, Ulrich Schellhöh, Piet Reymann, Renate Wilkes-Valkyer.

 

2010

Paul Kathstede tritt nach 19 Jahren als 1. Vorsitzender ab. Neuer Vorsitzender wird Rainer Rommerskirchen.
Dem Vorstand gehören an: Dr. Peter Kastner, Ulrich Schellhöh, Heribert Schäfers, Dr. Manfred Keller,  Dr. Karsten Eberstein, Elke Meyer-Michael, Renate Wilkes-Valkyser

 

2011
Im Jubiläumsjahr 2011 wird die Malschule des Krefelder Kunstvereins 40 Jahre alt.

 

2013

Rainer Rommerskirchen tritt nach 3 Jahren als 1. Vorsitzender ab. Neuer Vorsitzender wird Dr. Manfred Keller.

 

2015

Dem Vorstand gehören an: Dr. Manfred Keller, Elke Meyer-Michael, Ulrich Schellhöh, Heribert Schäfers und Willi Hoffmann.

 

2016

Bei der Mitgliederversammlung im Mai wird ein neuer Vorstand gewählt: Elke Meyer-Michael (1. Vorsitzende), Heribert Schäfers (2. Vorsitzender), Burkhard Pyko (Schatzmeister) und die Beisitzer Willi Hoffmann, Dr. Manfred Keller und Margarethe Kevenhörster.

 

 

VORSITZENDE DES KREFELDER KUNSTVEREINS – VORMALS MUSEUMSVEREIN

Beigeordneter Schüller seit 1883
Carl Wilhelm Crous seit 1888
Albert Oetker seit 1902
Heinrich Müller-Brüderlin seit 1908
Hugo Koch seit 1917
Arthur Schroers seit 1921
Otto Crous seit 1925
Richard Leendertz seit 1936
Otto Rainer Crous seit 1937
Dr. Josef Esters (als stellv. Vors.) seit 1941
Walter von Scheven seit 1946
Hedwig von Scheven seit 1953
Ernst Fischer seit 1963
Dr. Wolfgang Hock seit 1978
Heinz Hoffzimmer seit 1984
Karl-Heinz Schroer seit 1985
Paul Kathstede seit 1991
Rainer Rommerskirchen seit 2010
Dr. Manfred Keller seit 2013
Elke Meyer-Michael seit 2016